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Die Verwandlung des Wolfs zum Hund: Ein faszinierender Prozess


Kleine Pfote und große Pfote. Auch der Dackel stammt vom Wolf ab. Hier ein Trittsiegel eines Wolfs neben der Dackelpfote. Foto: Brigitte Sommer


Allein in Deutschland gibt es etwa acht Millionen Hunde und obwohl der Hund vom Wolf abstammt, ist bei vielen Hundehaltern der Hass auf Wölfe sehr ausgeprägt, aber ohne den Wolf gäbe es auch ihre Dackel, oder Retriever nicht. Die Verwandlung des Wolfs zum Hund ist ein faszinierender Prozess, der über Jahrtausende hinweg stattgefunden hat und untrennbar mit der Entwicklung der menschlichen Zivilisation verbunden ist. Wir geben hier einen Einblick in eine bemerkenswerte Reise, die von der Natur und der Menschheit selbst geprägt ist.


Wölfe sind sehr sozial und leben mit ihren Familien in Rudeln zusammen. Sie kümmern sich auch um alte und verletzte Familienmitglieder. Foto Brigitte Sommer

Es war in der Zeit der sesshaften Gemeinschaften, als der Mensch begann, Nutztiere zu halten. Dies war vor etwa 40 000 Jahren. Wölfe, die in der Nähe dieser Siedlungen lebten, erkannten das Potenzial dieser neuen Lebensweise. Sie fanden einen reich gedeckten Tisch in den Abfällen und Überresten der menschlichen Aktivitäten. Einige Wölfe, die mutig und weniger scheu waren, wagten sich näher an die Menschen heran, um von den Resten zu profitieren.



Ohne Hunde ist ein Leben heute oft nicht vorstellbar. Hier ein Beispiel eines Blindenhundes. Foto: Brigitte Sommer

Diese Annäherung an den Menschen markierte den Beginn eines einzigartigen Prozesses der natürlichen Selektion. Die weniger ängstlichen Wölfe hatten größere Überlebenschancen in der Nähe menschlicher Siedlungen, da sie leichter Zugang zu Nahrung fanden. Im Laufe der Zeit entwickelten sich diese Wölfe zu einer neuen Form, die sowohl physisch als auch psychisch an das Leben an der Seite des Menschen angepasst war.

Die ersten Ansätze der Domestizierung waren wahrscheinlich rein funktional. Die Menschen nutzten die natürlichen Fähigkeiten der Wölfe zur Jagd und zum Schutz der Siedlungen. Über Generationen hinweg wurden diejenigen Wölfe ausgewählt, die am besten mit den menschlichen Bedürfnissen harmonierten. Das Ergebnis war eine zunehmende Diversität in Bezug auf Größe, Aussehen und Verhalten innerhalb der Wolfspopulationen in der Nähe des Menschen.

Der Hund als Freund des Menschen. Im Gegensatz zu den Wölfen hätte er es schwer, sich in der Wildnis zurecht zu finden. Foto: pixabay

Mit der Zeit entstand eine enge Beziehung zwischen Mensch und Wolf. Der Mensch bot Schutz, Nahrung und Geborgenheit, während der Wolf dem Menschen bei der Jagd half und seine Siedlungen vor Raubtieren verteidigte. Diese Zusammenarbeit brachte Vorteile für beide Seiten und legte den Grundstein für die Entwicklung der heutigen Haushunde.

Die eigentliche Transformation vom Wolf zum Hund wurde durch gezielte Zucht verstärkt. Die Menschen begannen, selektiv diejenigen Wölfe zu züchten, die bestimmte Eigenschaften besaßen, die für sie wertvoll waren.



Der Wolf: Ein faszinierener Beutegreifer, der sehr sozial ist. Foto: Brigitte Sommer

So entstanden spezialisierte Hunderassen für unterschiedliche Aufgaben wie Jagd, Bewachung oder Zugarbeit. Durch gezielte Paarungen wurden bestimmte Merkmale verstärkt, während andere abgeschwächt oder eliminiert wurden. Die Domestizierung des Wolfes zum Hund geschah über einen längeren Zeitraum und durch natürliche Selektion. Menschen begannen, Wölfe anzulocken, indem sie Nahrung anboten. Schließlich entwickelte sich eine symbiotische Beziehung. Die Wölfe, die sich den Menschen anschlossen und ihren Anforderungen entsprachen, hatten einen Vorteil bei der Nahrungsbeschaffung und Überlebenssicherung.

Später veränderten sich die Wölfe in ihrem Aussehen. So verkürzte sich die Schnauze und auch die Reißzähne wurden kürzer. Es gab plötzlich Felle in unterschiedlichen Farben. Der "Canis lupus" entwickelte sich zum "Canis lupus familiaris", also zum heutigen Haushund.

Heute sind Hunde in zahlreichen Formen, Größen und Charakteren zu finden und ihre Vielfalt ist ein Produkt dieser jahrtausendelangen Domestizierung.



Tschechoslowakische Wolfshunde, eine anerkannte Hunderasse mit Wolfsblut. Vielleicht sahen die ersten gezüchteten, oder nach Zucht selektierten Wölfe ähnlich aus. Foto: Brigitte Sommer

Trotz der großen Variationen teilen sie immer noch viele genetische Merkmale mit ihren wilden Vorfahren, den Wölfen. Ob als Arbeitstiere, Familienbegleiter, Assistenzhunde oder Rettungshunde - Hunde haben sich an die Bedürfnisse und Vorlieben der Menschen angepasst und sind zu unverzichtbaren Begleitern geworden. Heute zählt der internationale Zuchtverband FCI 344 Hunderassen. Hinzu kommen die unzähligen Mischlingshunde.


Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich die Entwicklung des Sozialverhaltens an Hunden besonders gut studieren lässt, weil ihre Fähigkeit zu Toleranz und Kooperation im Zuge der Domestikation durch den Menschen vermutlich stark weiterentwickelt wurde. In aktuelleren Studien entpuppten sich Wölfe allerdings immer wieder als ebenso tolerant und kooperativ wie der "beste Freund des Menschen", schreiben die Forscherinnen vom WolfscienceCenter im österreichischen Ernstbrunn und der Veterinärmedizinischen Universität (Vetmed) Wien in ihrer Arbeit im Fachjournal Scientific Reports.


Egal, ob Dackel, Schäferhund, oder Mischlingshund, alle Hunde tragen Gene vom Wolf in sich. Foto Brigitte Sommer

Die Verwandlung des Wolfes zum Hund ist ein bemerkenswertes Beispiel für die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur. Sie verdeutlicht, wie die Zusammenarbeit zweier Arten zu beiderseitigem Nutzen führen kann. Die Entwicklungsgeschichte vom Wolf zum Hund ist eine Erinnerung daran, dass in der Natur nichts statisch ist und dass der Einfluss des Menschen auf die Umwelt tiefgreifende Veränderungen bewirken kann. So steckt in jedem Hund ein bisschen Wolf und es bleibt die Frage: Warum ist der Hass vieler Hundehalter auf Wölfe so ausgeprägt?


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Euch allen wünschen wir ein sonniges und erholsames Pfingstfest!


Liebe Grüße

Brigitte + Volker



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